____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b
ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ
Nein
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
top
Nein ist die negative Antwort auf eine Frage, die positiv oder negativ beantwortet werden kann (Entscheidungsfrage), und bedeutet somit die Negation der positiv formulierten Aussage, nach deren Wahrheitsgehalt gefragt wird. In Hinblick auf Sprechhandlungen hat das Wort âneinâ unterschiedliche Bedeutungen; häufig bringt es einen Widerspruch zum Ausdruck oder fordert zum Unterlassen einer Tätigkeit auf. Das Gegenteil von Nein ist Ja.
Contents
⢠Etymologie
⢠Synonyme
⢠Siehe auch
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Etymologie
âNeinâ ist ein Erbwort, gehĂśrt mithin zum ältesten Bestand des deutschen Wortschatzes und seine Entsprechungen in anderen indogermanischen Sprachen sind lautlich oft sehr ähnlich. Das Wort âneinâ ist bereits in dieser Form oder in der Form ânainâ im Althochdeutschen vor dem 9. Jahrhundert belegt.cite-ref-1[1]
Entstanden ist das Wort als Zusammensetzung aus der Negationspartikel âniâ (wie sie auch in den WĂśrtern ânichtâ ânieâ und âniemandâ vorkommt) und dem unbestimmten Artikel âeinâ und bedeutete somit ursprĂźnglich ânicht einesâ.cite-ref-2[2]
Sprachliche Funktionen des Wortes âneinâ
Syntaktische Funktionen
Meist zieht âneinâ einen negativen Satz oder eine negative satzwertige Phrase nach sich wie âNein, das ist nicht soâ oder âNein, du nicht.â In syntaktischer Hinsicht hat das Wort âneinâ selbst satzwertigen Status, entspricht also bei alleinigem Einsatz einem vollständigen Satz (âNein!â) oder hat die Funktion eines Teilsatzes (âNein, das ist nicht soâ).
Logische Funktionen
⢠âNeinâ verneint eine positive Frage:
âGehst du heute mit ins Schwimmbad?â â âNein!â, oder âNein, ich gehe heute nicht mit ins Schwimmbad.â
⢠âNeinâ bestätigt eine negative Frage:
âKommst du heute nicht mit ins Schwimmbad?â â âNein, ich komme nicht mit ins Schwimmbadâ.
Umgangssprachlich wird fĂźr solche Fälle oft das semantisch gegenteilige Ja verwendet. (âJa, ich komme heute nicht mit ins Schwimmbadâ.) Dabei bezieht sich das âJaâ nicht auf die im eigenen Satz ausgedrĂźckte Bedeutung, sondern signalisiert die Bestätigung der vorangegangenen Frage des Gesprächspartners.
(Die Negation einer negativen Frage wird mit doch vorgenommen: âKommst du heute nicht ins Schwimmbad?â â âDoch, ich komme heute mit ins Schwimmbadâ.)
Auf Fragen, die keine Entscheidungsfragen sind und ein âEntweder-oderâ enthalten, kann man nicht logisch schlĂźssig mit âneinâ antworten. (âKommst du mit oder bleibst du hier?â)
Mit âneinâ wird eine vorangegangene Aussage negiert. Doppelte Verneinungen von Aussagen entsprechen logisch einer Bejahung. Solche kommen häufig in dialektaler Redeweise vor, drĂźcken hier aber eine Betonung der Negation aus. Zur Realisierung einer doppelten Verneinung bedarf es dann anderer WĂśrter mit negativer Bedeutung wie âkeinâ oder ânichtâ. (âIch bin doch kein Idiot nicht!â)
Pragmatische Funktionen
Je nach sprachlichem Kontext bzw. je nach Sprechakt kann das Wort âneinâ mit unterschiedlicher pragmatischer Bedeutung eingesetzt werden; in satzsemantischer Hinsicht nimmt das Wort dann auch unterschiedlichen Modalcharakter an. âNeinâ kann folgende Sprechhandlungen signalisieren:
⢠Widersprechen einer Aussage (âDeutschland war bis 1989 geteilt.â â âNein, es war bis 1990 geteilt, dann kam die Wiedervereinigung.â)
⢠Widersprechen einer Handlungsaufforderung (âKomm her und hilf mir!â â âNein!â)
⢠Aufforderung zum Verhindern oder Beenden einer Handlung (âNein, nicht!â)
⢠Ausdruck emotionaler Befindlichkeiten wie Erstaunen, Ăberraschung, Freude usw. (âNein, das gibtâs doch nicht!â, âNein, ist das schĂśn!â)
Als gesprächskonstituierendes Element kann âneinâ einen Gesprächsanschluss zum Ausdruck bringen: âIch habe im Laden Ăpfel gekauft.â â âNein. Ich gehe ganz gern auf den Markt.â
Je nach kommunikativer Situation kann ein âneinâ auch sprachlich bewusst vermieden werden. GrĂźnde dafĂźr liegen in den Regeln der Umgangsformen. Ein alleinstehendes âneinâ wird oft als zu rigoros, unhĂśflich oder aus anderen GrĂźnden fĂźr unpassend gehalten, sodass in solchen Fällen im sprachlichen Ausdruck die Negation abgeschwächt und vorsichtiger formuliert wird. So etwa werden bei Bitten und Aufforderungen unter anderem Erklärungen und Rechtfertigungen geboten: âKĂśnnen Sie mir sagen, wie spät es ist?â â âNein, leider nicht, ich habe keine Uhr dabei.â Liegt bei zwei Sprechern ein autoritäres Gefälle vor, wird bei Aufforderungen ein âneinâ beispielsweise als Ungehorsam interpretiert oder den sozialen Regeln widersprechend empfunden: Der Handlungsaufforderung âKĂśnntest du das bitte unterlassen?â wird daher in der Regel kein âNein!â zumindest ohne Erklärung folgen.
Eine Reduplikation von âneinâ (ânein, neinâ) hat unterschiedlichen Aussagewert, der auch sehr stark von paraverbalen Momenten abhängt. Zum einen hat die Verdoppelung zwar â gleich wie die doppelte Verneinung â intensivierenden Charakter, nimmt aber paradoxerweise gleichzeitig den barschen, unhĂśflichen Begleitton, den ein alleinstehendes âNeinâ gegebenenfalls aufweist, wieder zurĂźck. Als gesteigerte Variante kann ânein, neinâ eine Beschwichtigung bedeuten. Zum anderen kann ein mit entsprechendem Tonfall vorgebrachtes ânein, neinâ deutlicher als ein alleiniges âneinâ auch ein Ignorieren oder Abwerten des vom Gesprächspartner Gesagten zum Ausdruck bringen.
Semantische Ăquivalente fĂźr âneinâ
Synonyme
Als fĂźr alle Varietäten des Deutschen gĂźltige Synonyme fĂźr die Antwortpartikel âneinâ werden AusdrĂźcke wie âkeinesfallsâ, âmitnichtenâ oder âunmĂśglichâ angegeben.cite-ref-wortschatz-3-0[3] Als weitgehend synonym mit âneinâ werden auch die hauptsächlich in Deutschland gebräuchlichen AusdrĂźcke âdenksteâ (aus â(das) denkst duâ) und âPustekuchenâ gehalten.cite-ref-4[4]
Als entsprechende Reaktion auf Fragen sind auĂerdem Formulierungen gängig, die in passender Weise zum Thema und zur Sprechsituation eine Ablehnung ausdrĂźcken wie âDas ist falschâ, âDas stimmt nichtâ oder âDas ist Unsinnâ usw., die aber alle inhaltlich mehr ausdrĂźcken als eine bloĂe logische Negation durch âneinâ.
Häufig verwendete dialektale Varianten des Wortes âneinâ sind âneeâ, ânĂśâ, ânääâ oder ânaaâ.
FĂźr das Substantiv â(das) Neinâ, das vom Partikelwort abgeleitet ist, werden unter anderem âAblehnungâ, âMissbilligungâ und âVerbotâ als Synonyme angegeben.cite-ref-wortschatz-3-1[3]
Paraverbale Entsprechungen
Eine paraverbale LautäuĂerung, die in ihrer Bedeutung einem âNeinâ entspricht, ist das Realisieren von zwei aufeinanderfolgenden Lauten, wobei die Tonlage des ersten Lauts hĂśher liegt als die des nachfolgenden. Bei geschlossenen Lippen entsprechen diese Laute etwa einem âĘm-Ęmâ, bei geĂśffnetem Mund nehmen sie die Lautqualität eines Schwas an ([ĘÉ-ĘÉ]).
Auch ein kurzes stimmhaftes AusstoĂen von Luft aus dem Kehlkopf kann ein aufforderndes âNein!â oder âNicht!â bedeuten. Die Semantik solch paraverbaler ĂuĂerungen kann aber kulturspezifisch sein. Beispielsweise signalisiert das AusstoĂen von Luft im Japanischen keine Negation, sondern einen Sprecherwechsel und bedeutet so viel wie âJetzt kannst du redenâ.
Nonverbale Entsprechungen
Der kĂśrpersprachliche Ausdruck fĂźr Ablehnungen und Negierungen ist bis zu einem gewissen Grad kulturabhängig. In vielen Ländern wird ein kurzes Seitwärtsdrehen des Kopfes in beide Richtungen (KopfschĂźtteln) als Ausdruck fĂźr âneinâ verwendet, in anderen wiederum ein ZurĂźcknehmen der Stirn, was von Fremden als Nicken, also als ein âJaâ fehlinterpretiert werden kann. In manchen asiatischen Ländern wird das Nicken als Ausdruck fĂźr die Verneinung benutzt. In Bulgarien beispielsweise verwendet man ebenso das Nicken als Negation und das KopfschĂźtteln als Bejahung.
Weitere kĂśrpersprachliche Ausdrucksweisen von âneinâ mit unterschiedlichem Bedeutungsgehalt erfolgen mittels sprachbegleitender Geste. So sind das kurze Hin- und Herbewegen des nach oben zeigenden ausgestreckten Zeigefingers (mit der Innenseite dem Gesprächspartner zugewandt) oder das Entgegenstrecken einer geĂśffneten Hand mit den Fingern nach oben zeigend Ăźblich. Letzteres kann sowohl freundliche Abwehr als auch aufforderndes Einhaltgebieten ausdrĂźcken. Der Unterschied liegt in der Armhaltung: Der Aufforderungscharakter liegt bei gestrecktem Arm vor, bei dankender Ablehnung etwa oder im Falle von Beschwichtigungen hingegen ist der Ellbogen stark gebeugt und die Hand befindet sich nahe am KĂśrper.
Verständlichkeit des Nein
Laut einer amerikanischen Untersuchung im Magazin Psychology today 9/1974, die Wolf Schneider anfĂźhrt, benĂśtigt der Durchschnittsmensch 48 Prozent mehr Zeit, eine verneinende Satzaussage zu verstehen, als eine bejahende. Er beklagt in diesem Zusammenhang die Unsitte in den TV-Medien die Verneinung mutwillig hinauszuzĂśgern und so die HĂśrerschaft zunächst auf eine falsche Fährte zu locken. Zum Beispiel: âBei den Verhandlungen konnte ein Fortschritt nicht erzielt werden.â
Unverständlicher noch sei es, Bejahungen und Verneinungen innerhalb einer Aussage âso kunstvoll zu verhäkeln, dass statt der indirekten Aussage eine unselig mittelbare entsteht: Das NOK hat sich fĂźr einen Boykott gegen die Olympischen Spiele ausgesprochen (ARD-Tagesschau, 15.05.1980). Es hat sich also dafĂźr ausgesprochen, etwas dagegen zu tun; das heiĂt: Es hat sich gegen die Teilnahme an den Spielen erklärt. Warum nicht gleich?âcite-ref-5[5]
Kaum noch zu verstehen seien gewisse Manierismen, die sich bisweilen in der Politik-, BehĂśrden- und Verwaltungssprache zeigten. So die dreifach verneinende Aussage des damaligen Bundestagspräsidenten Richard StĂźcklen in der Bundestagssitzung vom 4. November 1980: âEbenso wenig gibt es unter den Fraktionen dieses Hauses keine, die nicht friedenswillig oder friedensfähig wäre.â
Als Beispiel einer vierfach verneinenden Aussage fĂźhrt Schneider an: âIch hätte nicht darauf verzichten sollen, nicht zu sagen, was ich nicht meine - dann brauchte ich mich Ăźber Mangel an Erfolgslosigkeit nicht zu beklagen.âcite-ref-6[6]
Gesellschaftliche Bedeutung â âNeinâ als politische Parole
In politischen Kampfsituationen, wie es etwa bei Volksabstimmungen Ăźber die BefĂźrwortung oder Ablehnung eines politischen Vorhabens der Fall ist, verwenden die Gegner einer Idee als politische Parole oft ein einfaches, alleinstehendes âNeinâ. Durch eine breite mediale und gesellschaftliche Diskussion wird der Kontext dieses âNeinâ allgemein bekannt; das âNeinâ kann so durch seine kurze, absolute Prägnanz meinungsbildend wirken und auch emotionale Involviertheit vermitteln. Gleichzeitig kommt der sloganartige Charakter des âNeinâ der Tendenz von Massenmedien entgegen, Themen inhaltlich und optisch zu vereinfachen.
Ein markantes Beispiel fĂźr einen derartigen Fall ist das Referendum Ăźber den Vertrag Ăźber eine Verfassung fĂźr Europa in Frankreich im FrĂźhjahr 2005. Nach dem monatelangen Austausch von Pro- und Kontra-Argumenten ging es in den Tagen unmittelbar vor der Wahl hauptsächlich nur noch darum, mittels eines âOuiâ oder âNonâ seiner persĂśnlichen Ăberzeugung Ausdruck zu verleihen und damit noch eventuell unentschlossene Wähler zu beeinflussen.
Ein âNeinâ kann in brisanten politischen Entscheidungssituationen mitunter emblematischen Charakter annehmen, wie es im Zweiten Weltkrieg in Griechenland der Fall war. An einem bestimmten Tag, an dem der amtierende StaatsfĂźhrer einem gegnerischen politischen Ultimatum seitens des faschistischen Italien durch ein prägnantes âNeinâ entgegentrat, wurde dort dieses âNeinâ zum nationalen Symbol des Widerstands und der Eigenständigkeit. Dieser Tag, der 28. Oktober, wird seither als Gedenktag gefeiert und trägt die Bezeichnung âOchi-Tagâ (âTag des Neinâ).
Gebrauchshäufigkeit
Die Antwortpartikel âneinâ besitzt eine Worthäufigkeit von 29 = 512, das heiĂt, das im Deutschen am häufigsten gebrauchte Wort (âderâ) wird rund 500 mal häufiger verwendet als das Wort âneinâ.cite-ref-wortschatz-3-2[3] In 1 Mio. WĂśrter in deutschen Texten wird âneinâ rund 17 mal eingesetzt.cite-ref-dereko-7-0[7]
| Kollokat | typische Wendung | Häufigkeit je 1 Mio. WÜrter |
|---|---|---|
| sagen | ânein sagenâ | 3,11 |
| ja | âja oder neinâ | 2,87 |
| nicht | ânein, nicht ...â | 2,38 |
| aber | ânein, aber ...â, âaber neinâ | 1,63 |
| nein | ânein, neinâ | 1,46 |
| o, oh | âoh neinâ | 0,85 |
| danken | ânein dankeâ | 0,53 |
| ich | âich (sage, meine ...) neinâ, ânein, ich ...â | 0,49 |
| leider | âleider neinâ | 0,16 |
| ach | âach neinâ | 0,12 |
âNeinâ in den Sprachen der Welt
âNeinâ ist ein Basiswort in fast allen Sprachen. Wegen seiner kommunikativen Bedeutsamkeit sowie seiner grundlegenden Semantik und somit häufigen Verwendung ist das Wort aus sprachĂśkonomischen GrĂźnden in der Regel kurz. Da âneinâ auch als dringliche Aufforderung zur Unterlassung einer Handlung dienen kann, ist die KĂźrze des Wortes in Gefahrensituationen schon aus biologischen GrĂźnden (Schutz des Lebens) vorteilhaft.
In fast allen indogermanischen Sprachen beginnt das Wort fĂźr âneinâ mit dem Konsonanten [n], so beispielsweise in den folgenden Sprachen:
⢠Dänisch: nej
⢠Deutsch: nein
⢠Englisch: no
⢠FranzÜsisch: non
⢠Hindi: nahÄŤĚ (नचŕĽŕ¤)
⢠Italienisch: no
⢠Katalanisch: no
⢠Kroatisch: ne
⢠Kurdisch: ne
⢠Litauisch: ne
⢠Luxemburgisch: nee
⢠Niederländisch: nee
⢠Norwegisch: nei
⢠Persisch: na (ŮŮ)
⢠Polnisch: nie
⢠Portugiesisch: não
⢠Rätoromanisch: na
⢠Rumänisch: nu
⢠Russisch: net (ноŃ)
⢠Slowenisch: ne
⢠Spanisch: no
⢠Schwedisch: nej
⢠Schweizerdeutsch: nei
⢠Tschechisch: ne
⢠Ukrainisch: ni (Đ˝Ń)
Eine Ausnahme ist etwa das Griechische, wo das Wort fĂźr âneinâ ochi (ĂłĎΚ) lautet.
In nicht-indogermanischen Sprachen werden fĂźr âneinâ andere Lautabfolgen herangezogen, wie etwa
⢠Arabisch: lÄ (Ůا)
⢠Aramäisch: lo
⢠Finnisch: ei
⢠Hebräisch: lo (××)
⢠Japanisch: iie (ăăă)
⢠Tamil: illai (ŕŽŕޞŕŻŕޞŕŻ)
⢠Tßrkisch: hayĹr
⢠Ungarisch: nem
Im Lateinischen, wo das Wort âneinâ nicht existiert, wird an seiner Stelle die Phrase ita non est (= âso ist es nichtâ), also ein gesamter verneinter Aussagesatz verwendet. Auch im Indonesischen existiert kein eigentliches Wort fĂźr âneinâ; es gibt jedoch die Negationspartikel tidak (ânichtâ) und bukan (âkeinâ), die allerdings selten allein verwendet werden. Lieber antwortet man belum (ânoch nichtâ), sudah (âschonâ), tidak mau (âwill nichtâ, âwerde nichtâ) usw. Ăhnlich verhält es sich auch im Chinesischen, wo man fĂźr eine qualifizierte Ablehnung genauso wie in Latein einen kleinen Satz sagen muss: bĂš shĂŹ (ä¸ćŻ) (âso ist es nichtâ).
Im englischsprachigen Raum ist die Verneinung durch ein alleiniges âNoâ auf eine Frage ungebräuchlich; das âNoâ wird meist durch eine Wendung ergänzt, sodass Verneinungen in Formen wie zum Beispiel âNo, Iâm not.â, âNo, it isnât.â, âNo, we donât.â usw. ausgefĂźhrt werden.
Siehe auch
⢠Jein (Mischform von Ja und Nein)
⢠Mu (Philosophie) (Antwort im Sinne âdie Frage ist falschâ)
Weblinks
Commons
: No
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: nein
â Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Wiktionary: Nein
â Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Einzelnachweise
cite-note-11. â Kluge: Etymologisches WĂśrterbuch der deutschen Sprache. 24. Auflage. De Gruyter, Berlin 2002.
cite-note-22. â Duden: Das HerkunftswĂśrterbuch. Etymologie der deutschen Sprache. 4. Auflage. Dudenverlag, Mannheim 2006. â Etymologisches WĂśrterbuch des Deutschen, erarbeitet unter der Leitung von Wolfgang Pfeifer, 7. Auflage. dtv, MĂźnchen 2004.
cite-note-wortschatz-33. â âWortschatzportalâ an der Universität Leipzig, abgerufen am 14. Januar 2011.
cite-note-44. â Online-WĂśrterbuch dict.cc, abgerufen am 14. Januar 2011.
cite-note-55. â Wolf Schneider: Deutsch fĂźr Profis. Wege zu gutem Stil. In: Victor Schuller (Hrsg.): Mosaik bei Goldmann. 16. Auflage. Nr. 16175. Goldmann Taschenbuch Verlag, MĂźnchen 2001, ISBN 978-3-442-16175-1, S. 157.
cite-note-66. â Wolf Schneider: Deutsch fĂźr Profis. Wege zu gutem Stil. In: Victor Schuller (Hrsg.): Mosaik bei Goldmann. 16. Auflage. Nr. 16175. Wilhelm Goldmann Verlag, MĂźnchen 2001, ISBN 978-3-442-16175-1, S. 160.
cite-note-dereko-77. â Recherche im Deutschen Referenzkorpus vom 14. Januar 2011.
cite-note-88. â Gemeint sind sogenannte konzeptionell schriftliche Texte, also solche, die typischerweise in Schriftform produziert werden wie beispielsweise literarische Texte, Zeitungsartikel etc.